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Taschengeld-Tabelle nach Alter (Schweiz)

Taschengeld (CH) – Tabelle nach Alter: Empfehlungen von Experten und Eltern für faire Beträge – plus Regeln, Beispiele & Tipps für den Alltag.

Autor: Geprüft von: BudgetHub Finanz-Redaktion Aktualisiert:
  • Praxisnahe Taschengeld-Tabelle für Kinder und Jugendliche in der Schweiz – von 5 bis 18 Jahren.
  • Regeln & Routinen, damit Taschengeld nicht zu Diskussionen, sondern zu Lernchancen führt.
  • Verknüpfung mit Finanzerziehung – Sparen, Ausgeben, Teilen und erste digitale Zahlungsmittel.

Taschengeld ist eines der einfachsten Werkzeuge, um Kindern den Umgang mit Geld beizubringen. Gleichzeitig fragen sich viele Eltern in der Schweiz: „Wie viel ist angemessen?“ – zu wenig, und Kinder lernen kaum etwas. Zu viel, und der Betrag passt weder zum Budget noch zur Lebensrealität.

Diese Seite bietet dir eine Taschengeld-Tabelle nach Alter, orientiert an Schweizer Verhältnissen und ergänzt um konkrete Regeln, wie ihr Taschengeld im Familienalltag einführt. Dazu zeigen wir dir, wie du Taschengeld-Beträge in dein Familienbudget & BudgetHub integrierst.

Wichtig: Die Tabelle ist eine Orientierung, keine Norm. Jedes Kind, jede Familie und jedes Budget ist anders. Nimm die Zahlen als Startpunkt und passe sie an euer Einkommen, eure Werte und die Selbstständigkeit deines Kindes an.

1. Warum Taschengeld wichtig für Finanzerziehung ist

Kinder können nur dann mit Geld umgehen lernen, wenn sie eigenes Geld zur Verfügung haben – und eigene Entscheidungen treffen dürfen. Taschengeld ist dafür ideal:

  • Kinder erleben Begrenzung: Geld ist nicht unendlich.
  • Sie lernen, zwischen abzuwägen.
  • Sie machen Fehler – aber im sicheren Rahmen, statt später mit Kreditkarten.
Taschengeld ist kein Leistungslohn, sondern ein Lernbudget. Ziel ist nicht, Kinder für Hilfe zu „bezahlen“, sondern Verantwortung & Finanzkompetenz zu fördern.

Ergänzend zu dieser Seite findest du vertiefte Inhalte in Sparen lernen mit Kindern, Kinder-Konto & Prepaid-Karte und Finanzspiele & Bücher.

2. Taschengeld-Tabelle nach Alter (Schweiz)

Die folgende Tabelle zeigt monatliche Richtwerte für Taschengeld in der Schweiz. Sie orientieren sich an typischen Empfehlungen von Fachstellen und an Erfahrungen vieler Eltern.

Alter des Kindes Empfohlene Spanne (pro Monat) Empfohlene Zahlungsart
5–6 Jahre CHF 2–5 / Woche (ca. 10–20 CHF / Monat) Bargeld, wöchentlich
7–9 Jahre CHF 10–25 / Monat Bargeld, monatlich
10–12 Jahre CHF 20–40 / Monat Bargeld, ggf. erstes Kinderkonto
13–14 Jahre CHF 30–60 / Monat Kinderkonto + Bargeld
15–16 Jahre CHF 50–80 / Monat Kinder-/Jugendkonto, evtl. Prepaid-Karte
17–18 Jahre CHF 70–120 / Monat Jugendkonto / Prepaid-Karte

Diese Beträge gehen davon aus, dass grössere Fixkosten (z. B. Handy-Abo, ÖV-Abo, Kleidung, Hobbies) weiterhin von den Eltern bezahlt werden. Wenn Jugendliche selbst mehr übernehmen sollen, kann das Taschengeld entsprechend höher angesetzt – aber auch klar an Aufgaben geknüpft werden (z. B. „Kleiderbudget“).

2.1 Wöchentliches oder monatliches Taschengeld?

  • 5–8 Jahre: eher wöchentlich, kleine Beträge – kurze Zeiträume sind greifbarer.
  • Ab 9–10 Jahren: Umstellung auf monatlich sinnvoll, um „grösseres“ Planen zu üben.

3. Gute Taschengeld-Regeln für den Alltag

Damit Taschengeld nicht zur Dauerdiskussion wird, helfen ein paar einfache Grundregeln, die ihr als Familie gemeinsam festlegt.

3.1 Klare Vereinbarung treffen

  • Höhe, Auszahlungstag und Zahlungsart gemeinsam besprechen.
  • Schriftlich festhalten (z. B. als „Taschengeld-Vertrag“ – spielerisch, nicht juristisch).
  • Kind weiss genau, was es davon bezahlen soll (Süsses, kleine Spielsachen, Apps?).

3.2 Taschengeld ist kein Straf- oder Belohnungssystem

Taschengeld sollte nicht für Verhalten, Schulnoten oder Laune der Eltern gestrichen werden. Konsequenzen für Verhalten sollten unabhängig vom Taschengeld geregelt sein – sonst wird Geld zum Druckmittel.

3.3 Aufgaben im Haushalt

Standard-Aufgaben (Zimmer, Tisch decken, Mithilfe) gehören zum Familienalltag – nicht zum „Bezahlmodell“. Extra-Jobs (z. B. Auto waschen, Gartenarbeit) können separat vergütet werden. Mehr dazu: Jobs & Belohnungen und Kinder & Haushaltspflichten.

Beispiel-Regel:
„Du bekommst jeden Monat am 1. dein Taschengeld von 20 CHF. Du entscheidest selbst, wofür du es ausgibst. Wenn es weg ist, ist es weg – wir geben nicht vorzeitig Neues.“

4. Bargeld, Kinderkonto oder Prepaid-Karte?

Je älter dein Kind wird, desto wichtiger wird auch der Umgang mit digitalem Geld. Ein stufenweiser Übergang ist sinnvoll.

4.1 Start mit Bargeld

Für Kinder im Primarschulalter ist Bargeld ideal:

  • Geld ist sichtbar, anfassbar, endlich.
  • „3 Franken“ sind greifbarer als Zahlen auf einem Display.
  • Hilft beim Zählen, Rechnen & Planen.

4.2 Kinderkonto & Prepaid-Karte

Ab der Mittelstufe oder frühen Sekundarstufe kannst du über ein Kinder-Konto & Prepaid-Karte nachdenken:

  • regelmässiger Eingang des Taschengeldes per Dauerauftrag,
  • Karte für ÖV-Automaten, Automaten, Onlinekäufe in kleinem Rahmen,
  • Eltern behalten Überblick über Kontostand, ohne jede Transaktion zu steuern.

4.3 Taschengeld-Apps & digitale Tools

Es gibt verschiedene Taschengeld-Apps, mit denen Kinder Ziele definieren und Fortschritte sehen können. Achte darauf, dass:

  • keine Kaufzwänge und In-App-Fallen integriert sind,
  • die App zu eurem pädagogischen Stil passt,
  • Datenschutz & Seriosität stimmen.

5. Taschengeld im Familienbudget & in BudgetHub erfassen

Taschengeld sollte auch im Familienbudget sichtbar sein – schliesslich ist es eine laufende Ausgabe wie Hobbies oder Schulmaterial.

5.1 Taschengeld als feste Budgetposition

  1. Trage in der Familienhaushalt Budget-Vorlage für jedes Kind eine Zeile „Taschengeld“ ein.
  2. Nutze realistische Beträge aus der Tabelle und passe sie an euer Einkommen an.
  3. Prüfe im Jahresbudget Familie, wie sich die Summe übers Jahr auswirkt.

5.2 Taschengeld in BudgetHub abbilden

  • Lege eine Kategorie „Taschengeld“ oder je Kind „Taschengeld Kind A/B“ an.
  • Erfasse Auszahlungen als wiederkehrende Buchung.
  • Nutze Notizfelder, um besondere Abmachungen zu dokumentieren (z. B. „ab 13 übernimmt Kind Handy-Abo teilweise“).
Vorteil: Wenn Taschengeld im Budget eingeplant ist, fühlt es sich nicht wie „Extra-Kosten“ an – sondern wie ein bewusster Baustein eurer Finanzerziehung.

6. Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest

6.1 Taschengeld dauernd ändern

Ständige Anpassungen (mal mehr, mal weniger, mal ganz gestrichen) machen es Kindern schwer, zu planen. Besser: Betrag bewusst festlegen, dann mindestens 6–12 Monate beibehalten.

6.2 Vorstrecken & Nachschiessen

Wenn ständig „vorgeschossen“ wird, geht der Lerneffekt verloren. Versuche, klar zu bleiben: Ist das Taschengeld aufgebraucht, gibt es keine Extra-Beträge – ausser in gut kommunizierten Ausnahmen.

6.3 Zu viel Kontrolle

Taschengeld funktioniert nur, wenn Kinder selbst entscheiden dürfen – inklusive Fehlkäufe. Natürlich kannst du beraten, aber das letzte Wort beim Einsatz des Taschengeldes sollte beim Kind liegen (in deinem Rahmen).

6.4 Kein Gespräch über Geld

Nutze Taschengeld als Anlass für Gespräche über Wünsche, Werbung, Vergleiche mit anderen und Sparziele. Hier helfen auch Finanzgespräche in der Familie.

7. FAQ: Taschengeld in der Schweiz

Ab welchem Alter sollte man Taschengeld geben?

Viele Fachstellen empfehlen, etwa ab 5–6 Jahren mit kleinen wöchentlichen Beträgen zu beginnen. Wichtig ist weniger das exakte Alter als die Frage, ob dein Kind bereits Zahlen versteht und einfache Entscheidungen treffen kann.

Wie viel Taschengeld ist in der Schweiz „normal“?

Das variiert je nach Region, Einkommen und Familie. Die in diesem Artikel genannte Tabelle (z. B. 10–25 CHF pro Monat für 7–9-Jährige) liegt im Rahmen vieler Schweizer Empfehlungen. Entscheidend ist, dass der Betrag zu eurem Budget passt und nicht ständig geändert wird.

Soll Taschengeld an Noten oder Verhalten gebunden sein?

In der Regel: nein. Taschengeld dient der Finanzerziehung – nicht als Belohnungs- oder Strafsystem. Konsequenzen bei schlechtem Verhalten oder fehlender Mithilfe sollten auf anderen Ebenen geregelt sein.

Was ist, wenn wir uns Taschengeld kaum leisten können?

Dann ist ein sehr kleiner Betrag besser als gar keiner – z. B. 2–5 CHF pro Woche. Es geht nicht um Höhe, sondern um Regelmässigkeit und Lernchance. Prüfe zusätzlich, ob ihr euer Budget mit Hilfen wie Elternbeiträgen & Subventionen entlasten könnt.

Sollen Teenager selbst grössere Kosten (Handy, Kleidung) übernehmen?

Das kann ein sinnvoller Schritt Richtung Selbstständigkeit sein – dann solltest du klar definieren, welche Kosten Teenager aus einem erweiterten Budget (Taschengeld + Kleidergeld + evtl. Lohn aus Nebenjob) übernehmen. Wichtig ist ein gemeinsames Gespräch und eine schriftlich fixierte Vereinbarung.

Mit BudgetHub Taschengeld & Familienbudget verbinden

Wenn Taschengeld, Hobbies und Kinderkosten transparent geplant sind, werden Geldthemen entspannter. Mit BudgetHub kannst du Taschengeldbeträge, Ausgaben und Sparziele deiner Kinder sichtbar machen – und ihnen Schritt für Schritt Verantwortung übergeben.

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