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Familien-Notgroschen: Höhe & Plan

Wie viel Reserve Familien in der Schweiz brauchen und wo sie diese lagern sollten – mit Richtwerten, Beispielen und einem konkreten Aufbauplan.

Autor: Geprüft von: BudgetHub Finanz-Redaktion Aktualisiert:
  • Klare Richtwerte für Schweizer Familien – wie viele Monatsausgaben sinnvoll sind je nach Familiensituation.
  • Konkreter Aufbauplan – wie du deinen Notgroschen Schritt für Schritt aufbaust, ohne den Alltag zu sprengen.
  • Umsetzung mit Vorlagen & BudgetHub – Familienbudget, Sparplan & Jahresbudget sinnvoll kombinieren.

Jobverlust, Krankheit, unerwartete Autoreparatur oder eine hohe Zahnarztrechnung für dein Kind: Im Familienalltag können ungeplante Kosten schnell vierstellige Beträge erreichen. Genau dafür gibt es den Notgroschen – ein Sicherheitsnetz, das verhindert, dass du im Ernstfall Kreditkarte, Dispo oder Familie anpumpen musst.

Für Schweizer Familien ist ein Notgroschen besonders wichtig: Hohe Krankenkassenprämien, Mieten und Kinderkosten erhöhen das Risiko, dass ein einzelnes Ereignis das Budget aus der Bahn wirft. In diesem Leitfaden erfährst du, wie hoch ein Familien-Notgroschen sein sollte, wo du ihn parkst und wie du ihn realistisch aufbaust – abgestimmt auf dein Familienmodell.

Ergänzend zu diesem Artikel helfen dir u. a. die Familienhaushalt: Budget-Vorlage, die Familien-Sparplan Vorlage und das Jahresbudget für Familien, deine Zahlen in ein System zu bringen.

1. Was ist ein Familien-Notgroschen?

Ein Notgroschen ist ein zweckgebundenes Geldpolster, das ausschliesslich für Notfälle gedacht ist – also Ausgaben, die unerwartet, notwendig und zeitkritisch sind. Für Familien in der Schweiz sind das zum Beispiel:

  • plötzlicher Jobverlust oder starke Reduktion des Pensums,
  • hohe Zahnarzt- oder Arztrechnungen bei Kindern trotz Versicherung,
  • defekte Waschmaschine, Heizung oder ein grösserer Autoschaden,
  • unvorhergesehene Betreuungskosten, z. B. wenn ein Elternteil ausfällt.
Wichtig: Der Notgroschen ist kein Ferienkonto, kein Shopping-Polster und kein „nice to have“-Sparkonto. Er ist euer finanzieller Airbag – ihr hofft, ihn selten zu brauchen, seid aber froh, wenn er da ist.

Wie du die Grundidee eines Notgroschens berechnest, findest du im allgemeinen Spar-Leitfaden „Notgroschen berechnen: 3–6 Monatsregeln“. Auf dieser Seite übertragen wir das speziell auf Familienhaushalte mit Kindern.

2. Wie hoch sollte der Notgroschen für Familien sein?

Für Einzelpersonen gelten oft 3–6 Monatsausgaben als Richtwert. Für Familien mit Kindern kann der Bedarf höher sein, weil Risiken und Fixkosten grösser sind. Entscheidend ist:

  • Wie stabil ist euer Einkommen?
  • Wie hoch sind eure Fixkosten (Miete, KK, Krippe, Schulweg, Versicherungen)?
  • Wie viele Personen seid ihr (Kinderzahl, Alleinerziehend oder Paar)?
  • Wie gut seid ihr zusätzlich abgesichert (Taggeldversicherung, Versicherungsleistungen, Familie)?

2.1 Richtwerte nach Familiensituation

Familiensituation Empfohlener Notgroschen Erläuterung
Paar ohne Kinder 3–6 Monatsfixkosten zwei Einkommen, geringere Kinderkosten, mehr Flexibilität
Paar mit 1–2 Kindern 4–8 Monatsfixkosten höhere Fixkosten, Kinderkosten & Betreuungsrisiken
Mehrkindfamilie (3+ Kinder) 6–9 Monatsfixkosten mehr Gesundheits-, Betreuungs- und Logistikkosten
Alleinerziehend mit Kindern 6–12 Monatsfixkosten nur ein Einkommen, hohe Abhängigkeit von Gesundheit & Erwerbsfähigkeit
Selbständigkeit + Familie 6–12 Monatsfixkosten schwankendes Einkommen, mehr unternehmerisches Risiko

Diese Werte sind Richtwerte, keine starre Regel. Sie helfen dir, ein Zielband zu definieren. In der Familien-Sparplan Vorlage kannst du dein persönliches Ziel festlegen und an eure Situation anpassen.

2.2 Was gehört in „Monatsfixkosten“?

Für die Berechnung nutzt du am besten die Familienhaushalt: Budget-Vorlage. Relevant sind:

  • Miete / Hypothek & Nebenkosten
  • Krankenkassenprämien & Versicherungen
  • Grundbedürfnisse: Lebensmittel, ÖV/Auto, Schulweg, Handy/Internet
  • Betreuungskosten: Krippe, Kita, Tagesfamilie, Hort
  • Minimaler Freizeit- & Kinderkostenanteil (z. B. Hobbies auf Sparflamme)

3. Schritt-für-Schritt: Notgroschen für eure Familie aufbauen

Ein Familien-Notgroschen entsteht selten in einem Jahr – und das ist völlig in Ordnung. Wichtig ist ein klarer Plan und ein realistischer Zeithorizont.

3.1 Schritt 1: Zielbetrag & Zeithorizont definieren

  1. Berechne mit der Budget-Vorlage eure Monatsfixkosten.
  2. Wähle anhand der Tabelle oben einen sinnvollen Faktor (z. B. 6 Monate bei Familie mit zwei Kindern).
  3. Definiere einen Zeitraum (z. B. 3–5 Jahre), in dem du das Ziel erreichen willst.
Beispiel:
Monatsfixkosten Familie: 5'000 CHF
Ziel: 6 Monate → 30'000 CHF Notgroschen
Zeithorizont: 5 Jahre → ca. 500 CHF pro Monat Sparbetrag (ohne Zins-Effekte).

3.2 Schritt 2: Start mit Mini-Notgroschen

Wenn euch 30'000 CHF unerreichbar vorkommen, startet mit einem Mini-Notgroschen:

  • Erstes Ziel: 1'000–2'500 CHF so schnell wie möglich aufbauen,
  • dann schrittweise auf 1–2 Monatsausgaben,
  • danach ruhig in Richtung eures Langfristziels wachsen.

3.3 Schritt 3: Sparbetrag ins Familienbudget integrieren

Trage den monatlichen Sparbetrag in dein Familienbudget ein. Hilfreich sind hier:

Besser konstant 150 CHF pro Monat sparen als 6 Monate gar nichts und dann einmalig 1'000 CHF – Gewohnheiten schlagen Spontanaktionen.

3.4 Schritt 4: Automatisieren & „unsichtbar machen“

Richte einen Dauerauftrag auf ein separates Konto ein oder nutze in BudgetHub eine feste Sparregel. Je weniger du aktiv daran denken musst, desto konsequenter wächst der Notgroschen.

4. Wo soll der Notgroschen liegen? (Sparkonto & Co.)

Beim Notgroschen zählen vor allem zwei Dinge: Sicherheit und Verfügbarkeit. Maximale Rendite ist hier nicht das Ziel – dafür hast du andere Sparziele.

4.1 Geeignete Orte für den Familien-Notgroschen

  • Sparkonto bei der Hausbank: klassisch, einfach, gut verständlich.
  • Separates Sicherheitskonto: bewusst getrennt vom Alltagskonto, um „versehentliches“ Ausgeben zu vermeiden.
  • Kurzfristige, sehr konservative Anlagen: nur, wenn Liquidität praktisch jederzeit gegeben ist.

4.2 Weniger geeignet

  • Investitionen mit Kursschwankungen (Aktien, Fonds, Kryptos): im Notfall müsstest du vielleicht im Tief verkaufen.
  • Bargeld zu Hause in grösseren Beträgen: Risiko von Verlust, Diebstahl oder Vergessen.
  • Säule 3a: stark eingeschränkte Verfügbarkeit, eher für langfristige Ziele wie Pension oder Eigenheim.

Viele Familien kombinieren ein klassisches Sparkonto mit einem klar benannten Sparziel in BudgetHub („Familien-Notgroschen“), damit Zweck und Fortschritt jederzeit sichtbar bleiben.

5. Notgroschen im Alltag schützen: Regeln & Grenzen

Ein Notgroschen ist nur dann wirklich hilfreich, wenn er im Alltag nicht für „normale“ Ausgaben benutzt wird. Hilfreich sind ein paar einfache Regeln:

5.1 Was ist ein echter Notfall?

  • Ungeplanter Einkommensausfall (Jobverlust, Krankheit, längere Babypause als erwartet).
  • Unaufschiebbare Reparaturen (Heizung, Kühlschrank, Familienauto, das ihr für Arbeit/Schule braucht).
  • Gesundheits- oder Betreuungskosten, die nicht aus dem normalen Budget bezahlt werden können.

5.2 Was ist kein Notfall?

  • Ferien, Geschenke, neue Elektronik oder Möbel – dafür ist ein separates Sparziel sinnvoll.
  • Regelmässig wiederkehrende hohe Kosten (z. B. Krankenkassenfranchise, Service Auto) – diese gehören ins Jahresbudget Familie.
Familienregel-Vorschlag:
„Wir greifen nur dann auf den Notgroschen zu, wenn wir die Ausgabe weder aus dem Monatsbudget noch aus einem anderen Sparziel decken können und sie wichtig & dringend ist. Danach planen wir frühzeitig, den Notgroschen wieder aufzufüllen.“

5.3 Nach dem Notfall: Wieder auffüllen

Wenn ihr den Notgroschen (teilweise) nutzen musstet:

  1. Dokumentiert im BudgetHub, wofür das Geld verwendet wurde.
  2. Passt euren Sparplan an (z. B. vorübergehend höhere Einzahlungen).
  3. Überprüft, ob ihr ähnliche Risiken künftig besser versichern oder einplanen könnt (z. B. Versicherungen, Wartungsfonds).

6. Spezialfälle: Alleinerziehend, Patchwork, Selbständigkeit

Nicht jede Familie hat die klassische Struktur „zwei Eltern, zwei Einkommen, zwei Kinder“. In bestimmten Situationen ist ein besonders durchdachter Notgroschen wichtig.

6.1 Alleinerziehende

Als alleinerziehende Person trägst du häufig die Hauptverantwortung für Einkommen und Organisation. Daher:

6.2 Patchwork-Familien & Mehrkindfamilien

In Patchwork-Haushalten und Mehrkindfamilien sind Finanzen oft komplexer: Unterhaltszahlungen, zwei Haushalte, unterschiedliche Betreuungsmodelle. Hier lohnt sich:

  • ein besonders klar definiertes Familienbudget,
  • ein eher höheres Ziel für den Notgroschen (z. B. 6–9 Monate),
  • regelmässige Finanzgespräche, um Anpassungen frühzeitig vorzunehmen.

6.3 Selbständig mit Familie

Selbständige mit Familie tragen unternehmerisches und familiäres Risiko gleichzeitig:

  • Trenne einen privaten Familien-Notgroschen vom geschäftlichen Liquiditätspolster.
  • Plane mit einem eher grösseren Polster (6–12 Monatsfixkosten).
  • Kombiniere diese Seite mit Notgroschen berechnen und einem separaten Business-Budget (z. B. in einem anderen Tool oder Konto).

7. Familien-Notgroschen mit BudgetHub & Vorlagen planen

Ein guter Plan für den Notgroschen lebt nicht in einer losen Notiz, sondern im konkreten Budgetsystem. So kannst du ihn mit BudgetHub und den BudgetHub-Vorlagen abbilden:

So setzt du den Familien-Notgroschen um:
  1. Familienbudget erstellen:
    Nutze die Familienhaushalt: Budget-Vorlage, um Fixkosten & Kinderkosten zu erfassen.
  2. Ziel definieren:
    Lege mit der Familien-Sparplan Vorlage deinen Zielbetrag und Zeithorizont für den Notgroschen fest.
  3. Jahresplanung einbauen:
    Prüfe im Jahresbudget Familie, in welchen Monaten mehr oder weniger Sparen realistisch ist (z. B. Ferien, Versicherungen, Steuern).
  4. Sparregeln in BudgetHub anlegen:
    Erstelle in BudgetHub ein Sparziel „Familien-Notgroschen“ und richte monatliche Beiträge ein – z. B. direkt nach Lohnzahlung.
  5. Regelmässig überprüfen:
    Mindestens 1x pro Jahr: Einkommen, Fixkosten, Kinderkosten und Notgroschen-Ziel überprüfen und bei Bedarf anpassen.

So wird der Familien-Notgroschen zu einem sichtbaren Baustein eurer Finanzplanung – statt zu einem vagen „Wir sollten mal etwas auf die Seite legen“.

8. FAQ zum Familien-Notgroschen

Wie viel Notgroschen braucht eine Familie in der Schweiz?

Das hängt von eurer Familiensituation, Einkommensstabilität und Fixkosten ab. Als grobe Richtwerte gelten: 4–8 Monatsfixkosten für Familien mit 1–2 Kindern, 6–9 Monate für Mehrkindfamilien und 6–12 Monate für Alleinerziehende oder Selbständige mit Familie. Wichtig ist, dass du ein realistisches Ziel definierst und Schritt für Schritt darauf hinarbeitest.

Soll ich zuerst Schulden zurückzahlen oder einen Notgroschen aufbauen?

Häufig ist eine Kombination sinnvoll: Einen kleinen Mini-Notgroschen (z. B. 1'000–2'500 CHF) aufbauen, um unerwartete Ausgaben ohne neue Schulden abzufangen, und parallel dazu teure Schulden (Kreditkarten, Konsumkredite) priorisiert tilgen. Wenn die Schulden reduziert sind, kannst du den Notgroschen weiter Richtung Zielgrösse ausbauen.

Wo soll ich den Familien-Notgroschen parken?

Für den Notgroschen sind Sicherheit und schnelle Verfügbarkeit wichtiger als Rendite. In der Praxis nutzen viele Familien ein separates Sparkonto oder Sicherheitskonto bei der Bank. Riskantere Anlagen (Aktien, Fonds, Kryptos) eignen sich eher für langfristige Ziele, nicht für den Notgroschen.

Was ist der Unterschied zwischen Notgroschen und anderen Sparzielen?

Der Notgroschen ist ausschliesslich für echte Notfälle gedacht (Einkommensausfall, dringende Reparaturen, unvorhergesehene Gesundheitskosten). Andere Sparziele – z. B. Ferien, Familienauto, Baby-Erstausstattung oder Eigenheim – sollten eigene Töpfe im Familienbudget haben und nicht aus dem Notgroschen finanziert werden.

Was, wenn wir schon mitten in einer Krise sind und keinen Notgroschen haben?

Dann ist der erste Schritt, die aktuelle Situation zu stabilisieren: Ausgaben prüfen, Unterstützungsmöglichkeiten (Subventionen, Elternbeiträge) abklären und ein Notfall-Budget erstellen. Sobald ihr etwas Luft habt, könnt ihr mit einem Mini-Notgroschen starten – auch 500–1'000 CHF machen bereits einen Unterschied. Gleichzeitig lohnt sich ein Blick auf Familienausgaben optimieren, um Freiräume im Budget zu schaffen.

Mit BudgetHub euren Familien-Notgroschen im Blick behalten

Ein gut geplanter Notgroschen gibt eurer Familie Ruhe – auch in unsicheren Zeiten. Mit BudgetHub erkennst du auf einen Blick, wie weit ihr seid, welche Risiken ihr bereits abgedeckt habt und wo ihr nachjustieren könnt. So wird finanzielle Sicherheit von einem Wunsch zu einem konkreten Plan.

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